Psychotherapie

Die Aufgabe der Psychotherapie ist die Diagnostik und Behandlung psychischer und psychosozialer oder auch psychosomatisch bedingter Zustände und Erkrankungen. Beispiele für solche Erkrankungen sind unter anderem: Angststörungen, Depressionen oder Essstörungen. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung, die erwünschte Veränderungsprozesse bewirken sollen. Das Ziel der Psychotherapie besteht darin, eine Verbesserung des Befindens zu erreichen, belastende oder unerwünschte Symptome zu mindern, das Selbstwertgefühl zu steigern und die soziale Beziehungsfähigkeit zu verbessern.

Nicht nur ein kranker Körper profitiert von einer angemessenen Therapie, auch bei psychischen Beschwerden ist eine Behandlung sinnvoll, um die psychische Stabilität zu stärken oder wiederzuerlangen.

Ein Hinweis auf Therapiebedürftigkeit ist gegeben, wenn durch belastende Verhaltensweisen, Gedanken oder Empfindungen ein Leidensdruck besteht, der trotz aller vorgenommenen Bemühungen nicht nachlässt. Jeder Patient hat einen Anspruch auf eine Sprechstunde, die dazu dient herauszufinden, ob ein Verdacht auf eine psychische, behandlungsbedürftige Störung vorliegt. Erst im Anschluss daran können bei Bedarf weitere Behandlungen erfolgen. Eine Terminvergabe für die psychotherapeutische Sprechstunde kann über spezielle Terminvergabestellen erfolgen.

Therapiekosten und Therapieverfahren

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Psychotherapie. Entscheidend dafür sind: eine entsprechende Diagnose, ein anerkanntes Therapieverfahren und ein Psychotherapeut, der über die erforderlichen Qualifikationen verfügt. Es gibt zahlreiche Methoden der Psychotherapie, die aber bei weitem nicht alle wissenschaftlich anerkannt sind. Zum Teil liegen keine seriösen Wirksamkeitsuntersuchungen vor, die für die Anerkennung zwingend erforderlich sind, andere gelten als widerlegt und werden dem pseudowissenschaftlichen Bereich zugeordnet.

Drei Methoden sind von den Krankenkassen anerkannt: Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Die Psychoanalyse ist häufig eine langfristige Angelegenheit. Sie hat ihre Wurzeln in den Theorien von Sigmund Freud. Die Therapie kann sich mit einer Frequenz von mehreren Therapiestunden pro Woche über Jahre hinziehen. Bis zu 300 Stunden übernehmen die Kassen bei dieser Therapieform.

Bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie handelt es sich im Grunde genommen um eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Beide Verfahren haben die gemeinsame Vorgehensweise, aktuelle Probleme durch die Aufarbeitung verschütteter Konflikte aus der Vergangenheit zu lösen. Wobei die tiefenpsychologisch fundierte Therapie nicht auf lange Dauer angelegt und zielorientierter ausgerichtet ist.

Bei der eher praktisch orientierten Verhaltenstherapie geht es darum, eingefahrene Muster im Denken und Verhalten zu identifizieren, zu hinterfragen und bei Bedarf gegen günstigere Strategien auszutauschen.

Ist Psychotherapeut eine geschützte Bezeichnung?

In Deutschland darf sich nur Psychotherapeut nennen, wer eine anerkannte psychotherapeutische Ausbildung absolviert hat. Es gibt ärztliche und psychologische Psychotherapeuten. Die Unterschiede liegen in der Art des Studiums, entweder Medizin oder Psychologie. Mit der abgeschlossenen Zusatzausbildung in Psychotherapie haben sie die Berechtigung erworben, Psychotherapien durchzuführen. Auch Heilpraktiker und Psychologen dürfen Psychotherapien anbieten. Psychotherapeut dürfen sie sich jedoch nicht nennen. Eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen findet in diesen Fällen nicht statt.

Als Kinder- und Jugendtherapeuten sind auch Pädagogen und Sozialpädagogen mit entsprechender Ausbildung zugelassen. Die Ausbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten berechtigt diese ausschließlich zur Behandlung von Kindern und jugendlichen Patienten.

Ein ausschlaggebender Faktor beim Erfolg der Psychotherapie ist das Vertrauen zum Therapeuten. Wer einen guten Draht zu seinem Therapeuten hat, sich gut aufgehoben und betreut fühlt, hat die besten Aussichten darauf, von der der Psychotherapie zu profitieren.

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